Was ist Geo Targeting – und was ist ein Geo Fence?
Geo Targeting beschreibt die Aussteuerung digitaler Werbung anhand geografischer Signale. Grundlage sind anonymisierte Standortdaten mobiler Endgeräte, die mit weiteren Nutzersignalen kombiniert werden. Diese werden meist durch Apps, Funkmasten und Weitere bereitgestellt.
Ein Geo Fence ist dabei eine virtuell definierte Fläche – beispielsweise:
- ein Messegelände oder Kongresszentrum
- ein Hotelcluster
- ein Bahnhof, Flughafen oder Parkhaus
- ein Stadtviertel oder Einzugsgebiet
Wichtig: Sensible Orte wie Krankenhäuser, medizinische Einrichtungen oder vergleichbare Schutzräume dürfen nicht gezielt für werbliche Zwecke genutzt werden und sind automatisch vom Geo Targeting ausgeschlossen. Geo Targeting fokussiert sich daher immer auf öffentliche, nicht sensible Aufenthaltsorte.
Sobald sich ein mobiles Endgerät innerhalb eines zulässigen Bereichs befindet oder dort aufgehalten hat, kann es – unter Einhaltung aller Datenschutzvorgaben – Teil einer Zielgruppe werden.
Technische Rahmenbedingungen im programmatischen Geo Targeting
Gerade im Umfeld großer programmatischer Plattformen gelten klare systemseitige Mindestanforderungen, die häufig erst im Live-Betrieb sichtbar werden. Denn ein großes Angebot an Targeting Optionen, kann durch einen zu kleinteiligen Ausschluss zu einem Stillstand der Kampagne führen.
Mindestgröße eines Geo Fences
Ein Geo Fence darf technisch nicht beliebig klein angelegt werden. Sehr kleinteilige Zäune – etwa einzelne Gebäude, Hallen oder Messestände – sind nicht zulässig. Je nach technischer Lösung können Polygone oder auch nur Umkreise definiert werden.
Konsequenz: Der Standort dient immer als kontextueller Rahmen, nicht als finale Selektion einzelner Personen.
Mindestreichweite innerhalb des Geo Fences
Neben der räumlichen Größe existiert eine zweite, häufig kritischere Hürde:
Innerhalb eines Geo Fences müssen ausreichend erreichbare Personen vorhanden sein, damit eine Kampagne ausgeliefert werden kann.
Unterschreitet die Zielgruppe diese Mindestschwelle, erfolgt keine Auslieferung – unabhängig von Budget oder Gebotsstrategie.
Diese Regel dient unter anderem:
- dem Schutz der Privatsphäre
- der Anonymisierung einzelner Nutzer
- einer ausreichenden Datenbasis für KI-Optimierung
- stabilen Auktionen im Programmatic-Umfeld
Die größte Herausforderung: Kombination mehrerer Targetings
Das eigentliche Risiko entsteht nicht durch den Geo Fence selbst, sondern durch die Kombination mit weiteren Einschränkungen.
Praxisbeispiel
- Geo Fence (z. B. 1 km Radius): ausreichend erreichbare Personen
- Zusatz-Targeting: nur Frauen
- Ergebnis: Zielgruppe unterschreitet die Mindestreichweite
- Folge: keine Kampagnenauslieferung
Je mehr Kriterien kombiniert werden, desto stärker schrumpft die erreichbare Zielgruppe:
- Geschlecht
- Alter
- Interessen
- berufliche Merkmale
- Endgerätetyp
- Tages- oder Uhrzeiten
Gerade Geo Targeting in Kombination mit demografischen oder beruflichen Merkmalen ist daher besonders herausfordernd.
Warum kleine Geo Fences besonders anspruchsvoll sind
Begrenzte Standortdaten
Nicht jedes Endgerät liefert jederzeit verwertbare Standortinformationen:
- deaktivierte Standortdienste
- app-abhängige Freigaben
- eingeschränkte GPS-Genauigkeit in urbanen Räumen
Je kleiner der Geo Fence, desto stärker wirken sich diese Faktoren aus.
Lernphasen KI-basierter Systeme
Programmatic-Plattformen benötigen ein Mindestvolumen an Daten, um effizient zu optimieren. Kurze Kampagnenzeiträume und enge Geo Fences erschweren diese Lernphase erheblich. Im Fall eines engen Geo Fences sollten die Zeiträume gegebenenfalls über mehrere Monate ausgedehnt werden.
Dynamische Bewegungsmuster der Zielgruppe
Zielgruppen halten sich nicht dauerhaft an einem einzelnen Ort auf:
- Anreise über Verkehrsknotenpunkte
- Aufenthalte in Hotels oder Gastronomie
- Wechsel zwischen verschiedenen Locations
Ein zu enger Geo Fence blendet diese relevanten Kontaktpunkte aus.
Bewährte Lösungsansätze aus der Praxis
Größerer Radius im Line Item
Eine der wichtigsten Stellschrauben:
- Geo Fence bewusst größer anlegen (z. B. mehrere Kilometer)
- Präzision nicht über den Radius, sondern über weitere Signale herstellen
Der Standort definiert den Kontext, nicht die finale Zielgruppe.
Zielgruppe initial breiter anlegen
Statt sofort stark einzuschränken:
- breiteres demografisches Targeting
- bewusster Verzicht auf einzelne Filter
- Fokus auf Reichweite und Datensammlung
Die Qualifizierung erfolgt nachgelagert.
Trennung von Erstansprache und Qualifizierung
Bewährtes Vorgehen:
- Phase 1: Geo Targeting + breites Targeting zur Reichweiten- und Datengewinnung
- Phase 2: ReMarketing und datenbasierte Segmentierung zur gezielten Ansprache
So bleibt die Kampagne auslieferungsfähig und gleichzeitig relevant.
Erweiterung um Points of Interest (POIs)
Statt nur einen einzelnen Ort zu betrachten, empfiehlt sich ein Cluster-Ansatz:
- Event-Location
- Hotels
- Bahnhöfe, Parkhäuser, Flughäfen
- öffentliche Aufenthalts- und Abendlocations
Dies erhöht Reichweite und Datenqualität signifikant.
Fazit: Wann Geo Targeting sinnvoll ist – und wann nicht
Kleine Geo Fences wirken auf den ersten Blick maximal präzise, sind in der Praxis jedoch strategisch anspruchsvoll.
Sinnvoll ist Geo Targeting, wenn:
- ausreichend Reichweite im Zielgebiet vorhanden ist
- der Standort einen klaren thematischen Kontext liefert
- ReMarketing und datenbasierte Verdichtung eingeplant sind
Nicht sinnvoll ist Geo Targeting, wenn:
- extrem kleine Zielgruppen adressiert werden sollen
- zu viele Filter gleichzeitig eingesetzt werden
- ausschließlich auf einen einmaligen Kontakt gesetzt wird Entscheidend ist nicht der kleinste Radius, sondern das Zusammenspiel aus Ort, Reichweite, Daten und KI-Logik.
Geo Targeting entfaltet seine volle Stärke, wenn es als Einstieg in einen Funnel verstanden wird, ReMarketing integriert ist und systemkonform umgesetzt wird. Wer Geo Fencing isoliert betrachtet, riskiert Unterlieferung – wer es ganzheitlich denkt, erreicht Zielgruppen genau im richtigen Moment.
Was ist ein Geo Fence im Online-Marketing?
Ein Geo Fence ist eine virtuell definierte geografische Fläche, die als Kontext für digitale Werbeansprache dient. Innerhalb dieses Bereichs können anonymisierte mobile Endgeräte erkannt und programmatisch angesprochen werden, sofern Mindestreichweiten und Datenschutzanforderungen erfüllt sind. Ein Geo Fence ist eine virtuell definierte geografische Fläche, innerhalb derer mobile Endgeräte anonymisiert erkannt und für Werbezwecke angesprochen werden können.
Warum dürfen Geo Fences nicht beliebig klein sein?
Sehr kleine Geo Fences gefährden die Anonymität einzelner Personen und liefern nicht genügend Datenpunkte für KI-gestützte Optimierungsmodelle. Plattformen setzen daher Mindestgrößen und Reichweitenschwellen, um Datenschutz, Systemstabilität und Kampagnenperformance sicherzustellen. Zu kleine Geo Fences gefährden die Anonymität einzelner Personen und liefern nicht genügend Daten für eine stabile KI-Optimierung. Deshalb existieren technische Mindestgrößen und Reichweiten.
Warum wird meine Geo-Targeting-Kampagne nicht ausgeliefert?
Häufige Ursachen sind zu kleine Geo Fences, eine zu geringe erreichbare Zielgruppe oder die Kombination mehrerer restriktiver Targetings wie Geschlecht, Alter oder Beruf. Sinkt die Zielgruppe unter die systemseitige Mindestreichweite, erfolgt keine Auslieferung. Häufige Gründe sind eine zu kleine Zielgruppe, zu viele kombinierte Targetings oder ein zu eng gewählter Radius.
Welche Orte eignen sich für Geo Targeting?
Geeignet sind ausschließlich öffentliche, nicht sensible Aufenthaltsorte. Dazu zählen Messegelände, Eventlocations, Hotels, Verkehrsknotenpunkte, Innenstädte oder klar definierte Einzugsgebiete. Sensible Orte wie Krankenhäuser, medizinische Einrichtungen oder vergleichbare Schutzräume sind ausgeschlossen. Geeignet sind öffentliche, nicht sensible Orte wie Events, Messen, Hotels, Verkehrsknotenpunkte oder Stadtgebiete. Sensible Orte wie Krankenhäuser sind ausgeschlossen.
Wann ist Geo Targeting besonders sinnvoll?
Geo Targeting ist besonders effektiv bei zeitlich und räumlich begrenzten Maßnahmen wie Events, Produktlaunches, Recruiting-Aktionen oder regionalen Kampagnen, bei denen Aufenthaltsort und Kontext einen direkten Einfluss auf die Relevanz der Werbebotschaft haben. Geo Targeting eignet sich besonders für zeitlich und räumlich begrenzte Maßnahmen, bei denen Kontext und Aufenthaltsort eine hohe Relevanz für die Werbebotschaft haben.


